Martha Naas

Martha “Malla” Naas, geb. Jessen

8. März 1898 in Berlin – 20. Februar 1983 in Ost-Berlin

Damenschneiderin

Martha Naas lernte Brunhilde Prelle spätestens während ihrer gemeinsamen Haft im KZ Ravensbrück kennen. Die gelernte Damenschneiderin leitete in den 1920er Jahren die Kostümwerkstatt im Schauspielhaus Düsseldorf. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann heiratete sie 1938 Josef Naas und betätigte sich mit ihm in der Uhrig-Römer-Gruppe. Sie nahm an geheimen Treffen teil und reiste nach Südtirol, um dort Widerständler zu treffen. Im Februar 1942 wurde sie in Tirol festgenommen und ohne Gerichtsurteil im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück inhaftiert. Dort hatte sie Kontakte zu Brunhilde Prelle. Naas musste Zwangsarbeit in der Schneiderei leisten. Ende April 1945 gelang ihr die Flucht nach Berlin. Brunhilde Prelle gab Martha Naas als Zeugin ihrer erlittenen Haft in ihrem Antrag auf Anerkennung als Opfer des Faschismus (OdF) an. Naas trat 1945 in die wiedergegründete KPD ein, später in die SED.

  • BVVdN (Hrsg.): Widerstand in Berlin (digital)

Die Biografie ist entstanden im Projekt „Widerständige Frauen gegen den Nationalsozialismus in Lichtenberg und umkämpfte Erinnerungen im öffentlichen Raum“, ein Projekt des Runden Tisches für Politische Bildung Lichtenberg, angesiedelt bei der Fach- und Netzwerkstelle Licht-Blicke in Trägerschaft der pad gGmbH in Kooperation mit Fritzi Jarmatz (Visuelle Kommunikation & Ideenräume), Trille Schünke-Bettinger (Antifaschistinnen aus Anstand & Netzwerk Frauentouren) und Straßenlärm Berlin e.V., gefördert durch das Bezirksamt Lichtenberg und die Landeskommission Berlin gegen Gewalt.